Studienbewerbung
Örtliche Zulassungsbeschränkung

Die Örtliche Zulassungsbeschränkung

Wonach entscheiden die Hochschulen, wer einen Studienplatz bekommt und wer nicht? Welche Bedeutung hat der NC und welche Bewerberinnen und Bewerber werden bevorzugt behandelt? Die wichtigsten Infos gibt es hier:

Der Numerus Clausus

Oft wird der Numerus Clausus (oder kurz NC) missverstanden als eine vorab festgelegte Grenznote, bei der der letzte zur Verfügung stehende Studienplatz vergeben wird. Tatsächlich errechnet sich der NC für jedes Semester neu, und zwar erst nachträglich, nach Eingang aller Bewerbungen. Es handelt sich dabei um die Werte der letzten Person, die auf der Liste aller Bewerberinnen und Bewerber - geordnet nach ihren jeweiligen Zulassungsvoraussetzungen - einen Studienplatz erhalten hat.

Daher sind die NC-Werte aus den letzten Semestern zwar nützliche Anhaltspunkte, sollten Sie aber auf keinen Fall davon abhalten, sich zu bewerben! Denn Sie können nicht wissen, wie die Durchschnittsnoten Ihrer Mitbewerberinnen und Mitbewerber im aktuellen Bewerbungs- und Zulassungsverfahren sind und wie viele sich überhaupt beworben haben.

Abgesehen von der Durchschnittsnote gibt es aber auch noch andere Faktoren, die die Vergabe der Studienplätze beeinflussen:

Besondere Bewerbergruppen

Bei einem örtlichen Auswahlverfahren werden vorab von den zur Verfügung stehenden Studienplätzen eines Studiengangs ein bestimmter Anteil für besondere Bewerber/innengruppen reserviert. Diese "Sonderquote" setzt sich zusammen aus

  • bis zu 5% für ausländische Studienbewerberinnen und Studienbewerber, die Deutschen nicht gleichgestellt sind
  • bis zu 2% für „Fälle außergewöhnlicher Härte“ (nähere Informationen können Sie mit den Bewerbungsunterlagen erhalten)
  • bis zu 3% für Zweitstudienbewerberinnenund Zweitstudienbewerber
  • bis zu 10% für Zugangsberechtigte aufgrund besonderer beruflicher Qualifikation.

Bevorzugte Bewerbergruppen

Bevor es zum eigentlichen Auswahlverfahren kommt, wird auch noch geprüft, ob es bevorzugt zu berücksichtigende Bewerber/innen gibt. Sie können bevorzugt ausgewählt werden, wenn Sie

  • eine Dienstpflicht (Wehrdienst, Zivildienst oder Entwicklungsdienst) oder
  • ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr absolviert haben oder
  • mind. 13 Monate bis zu einer Dauer von 3 Jahren ein Kind unter 18 Jahren oder einen pflegebedürftigen Angehörigen betreut oder gepflegt haben

und

  • der von Ihnen angestrebte Studiengang zu Beginn oder während der Dauer des Dienstes nicht zulassungsbeschränkt gewesen ist oder
  • Sie unmittelbar vor Beginn oder während der Dauer des Dienstes oder der Tätigkeit zu dem Studiengang zugelassen worden sind.

Falls Sie durch eine gerichtliche Entscheidung einen Studienplatz erhalten, kommen Sie ebenfalls in die bevorzugte Auswahl.

Das Auswahlverfahren

Trotz der Vorauswahl der besonderen und bevorzugten Bewerberinnen und Bewerber (siehe Erklärung weiter unten) bleiben für das eigentliche Auswahlverfahren in aller Regel die weitaus meisten Studienplätze übrig. Diese Plätze werden dann wie folgt vergeben:

  • 75 bis 90 % in einem hochschuleigenen Auswahlverfahren
  • 10 bis 25 % nach der Wartezeit

Im hochschuleigenen Auswahlverfahren können die Hochschulen nach zwei Hauptkriterien ihre Studierenden aussuchen:

  • nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung (z. B. Abitur)

oder

  • nach der Durchschnittsnote der Hochschulzugangsberechtigung in Verbindung mit einem oder mehreren "weiteren Kriterien"

Mehr als die Hälfte der Plätze müssen nach dem zweiten Hauptkriterium vergeben werden, wobei jedoch die Durchschnittsnote überwiegend berücksichtigt werden muss!

Weitere Kriterien können sein:  

  • die Gewichtung von Noten in der Hochschulzugangsberechtigung von Fächern, die für den Studiengang bedeutsam sind

oder

  •     der Nachweis der besonderen Eignung für den angestrebten Studiengang.

Mehr als die Hälfte der Plätze müssen nach dem zweiten Hauptkriterium vergeben werden, wobei jedoch die Durchschnittsnote überwiegend berücksichtigt werden muss.

Die besondere Eignung für den angestrebten Studiengang kann von den Hochschulen ermittelt werden

  • anhand von Berufsausbildung, praktischen Tätigkeiten oder studienrelevanten außerschulischen Leistungen,
  • durch Motivationserhebungen in schriftlicher Form,
  • in einem Auswahlgespräch mit der Bewerberin oder dem Bewerber,
  • nach dem Ergebnis einer schriftlichen Aufsichtsarbeit, in der durch die bisherigen Abschlüsse nicht ausgewiesene Fähigkeiten und Kenntnisse nachgewiesen werden können, die für den Studienerfolg von Bedeutung sein können, oder
  • aufgrund einer Kombination von Feststellungen nach den ersten vier Kriterien.

 

Die Wartezeit

Über die Quote "Wartezeit" werden 10 bis 25% der Studienplätze (nach Abzug der Vorabquoten "bevorzugte" und "besondere" Bewerbergruppen) verteilt. Wartesemester müssen nicht beantragt werden - damit Ihre Wartezeit berücksichtigt wird, brauchen Sie sich auch nicht schon einmal beworben haben! Alle Semester seit Erhalt der Hochschulreife, in denen Sie nicht an einer deutschen Hochschule eingeschrieben waren, werden automatisch als Wartesemester angerechnet.

Da die Wartezeit in Semestern gezählt wird, sind der 1. April und der 1. Oktober des jeweiligen Jahres wichtige Stichtage. Falls Sie im Juni eines Jahres Ihre Hochschulzugangsberechtigung erworben haben, so beginnt Ihre Wartezeit am 1. Oktober. Achtung: Es werden höchstens 16 Wartesemester berücksichtigt.

Bei bestimmten Voraussetzungen kann sich Ihre Wartezeit erhöhen, um

  • ein Semester für je 6 Monate Berufsausbildung, wenn sie vor dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung abgeschlossen worden ist, höchstens jedoch um zwei Semester (bei Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung vor dem 16. Januar 2002: bis zu 4 Semester). Wurde die Studienberechtigung nach dem 15. Juli 2007 erworben, wird kein Bonus auf die Wartezeit gewährt.
    Entsprechendes gilt wenn Sie wegen der Erfüllung einer Dienstpflicht (Wehrdienst oder Zivildienst, mindestens zwei Jahre Entwicklungsdienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr) oder wegen der Betreuung eines Kindes oder eines pflegebedürftigen Angehörigen (mindestens 13 Monate) daran gehindert waren vor dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung einen berufsqualifizierenden Abschluss außerhalb der Hochschule zu erwerben;

  • ein Semester, wenn Sie nach dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung eine Berufsausbildung abgeschlossen oder eine mindestens dreijährige Berufstätigkeit ausgeübt haben, sofern die eine oder die andere vor dem 16. Januar 1998 aufgenommen worden sind; entsprechendes gilt wenn Sie wegen der Erfüllung von Unterhaltspflichten oder der Erfüllung einer Dienstpflicht (Wehrdienst oder Zivildienst, mindestens zwei Jahre Entwicklungsdienst, freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr) oder der Betreuung eines Kindes oder eines pflegebedürftigen Angehörigen (mindestens 13 Monate) oder Krankheit oder aus sonstigen nicht von Ihnen selbst zu vertretenden Gründen daran gehindert waren vor dem Erwerb der Hochschulzugangsberechtigung einen berufsqualifizierenden Abschluss außerhalb der Hochschule zu erwerben;

  • eine von der jeweiligen Hochschule zu ermittelnde Anzahl an Semestern, wenn Sie nachweisen, dass Sie aus nicht selbst zu vertretenden Gründen daran gehindert waren, Ihre Hochschulzugangsberechtigung zu einem früheren Zeitpunkt zu erlangen.
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